So betitelte ich den Zweiseiter, den ich gestern nach alter Manier geschrieben habe, kurz vor dem Beginn der Show. Schrieb sich gut runter, las sich aber etwas schleppend, weil mein Drucker nicht mehr genügend Tinte hergab, was am Sonntag Nachmittag besonders doof ist. Ich hätte natürlich alles per Hand abschreiben können, aber aus dem Zeitalter sind wir ja raus. Ging aber gut auf den Brettern der Reformbühne Heim und Welt. Volles Haus, im Publikum zwei Drittel Frauen, inklusive einer unter den Stammschreiberlingen gefürchteten Stalkerin, die ich Unwissender vor dem Lokal in unsere standhafte Runde manöverieren wollte. Sie hat mir aber nicht geantwortet, nur notgeil geradeaus gekuckt. Nimmt Gastautoren wohl nicht für voll, Glück gehabt. Ja, war ´ne dufte Sommersause mit vielen Ersatzerzählern, unter anderem mit Jaromir Konecny, den ich aus meiner ´98er Poeten-Säuglings-Phase kenne. Jedenfalls heißt meine zuletzt geschriebene Story so, weil neulich dauernd von Elfjährigen die Rede war, die man leider nicht abschieben kann. Dachte ich mir, schreibe ich mal auf, wie ich mich als Elfjähriger als Posträuber betätigte, indem ich mit drei Jüngeren die Briefkästen unseres Heimatkiezes aufrupfte. Gibt´s demnächst auf allen Bühnen, auf die man mich lässt.