Archive for September, 2011

Hoppla

Freitag, September 23rd, 2011

Für die kommende Barbarossa-Sendung ist der erwähnte Beitrag geplant.

Specials hier, Specials da

Dienstag, September 20th, 2011

Heute Abend werden The Specials in der Columbia-Klause auftreten. Viele Kumpels gehen hin, sie sind schon seit Tagen aufgeregt. Einer von ihnen wollte mir ´ne Karte für Nullowähr an Land ziehen, aber da er inzwischen verschollen ist, wird das nichts. Muss ich mich wohl ärgern, mache ich aber nicht. Waren die Specials nicht über Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte, künstlerisch tot, oder zumindest nicht am Start. Jetzt werden die alten Gäule ins Rennen geschickt, um einige Euro abzuwerfen.  Nun also fast in Original-Besetzung - yeah, yeah, yeah! So um ´93 hat das ja nicht geklappt, aber da waren sie immerhin näher an den Endsiebzigern. Was soll´s? Ich bin vermutlich am kommenden Sonnabend beim Geisterspiel zwischen dem BFC Dynamo und Germania Schöneiche, ich werde dem Stadionsprecher ´ne Einmarschmusik-CD in die Hand drücken, das ist dann spezieller als die heutige Schohse. Heute Abend kucke ich wohl die Spiegel-TV-DVD zu Ende, bei der ich gestern eingeschlafen bin. “Der Hetzer - Joseph Goebbels”. Wie konnte man auf diesen kleinstädtisch-rheinländischen Schnarchsack so herein fallen?

Ehemaliger Grenzübergang Friedrichstraße

Donnerstag, September 15th, 2011

Wenn irgendwelche Leute den ehemaligen Grenzübergang an der Friedrichstraße als “Tränenpalast” bezeichnen, hört sich dieses vom Volk gar nicht so oft gebrauchte Kunstwort immer an wie “Telespargel”. Sagte auch niemand außer Erich und Margot. Dieser Tage gibt es zur ehemaligen Grenzübergangsstelle eine Ausstellung. Ist wahrscheinlich nur kollektives Gejammere. Ich glaube nicht, dass sich da viele Leute so ähnlich äußern wie ich es im Debüt tat.

 ”… Welch herrlicher Sommertag sollte dieser 21. Juli ´89 werden! Vorerst stand ich also am Grenzübergang Friedrichstraße, mit zwei Koffern zwischen 100 Rentnern. Ich war jünger und blieb länger, da brauchte ich frische Wäsche für 50 Wochen. Im Westen war doch alles so teuer. Die letzten 45 Minuten im Osten bescherten mir lustiges Kleingerede mit einigen Senioren. „Drüben is ooch nich allet Jold, wat glänzt! Stelln Se sich dit nich so einfach vor! Aber dit is dit Beste, wat Se machen können! Sie sind ja noch jung, wir sind alt! Wir jehn nur zu Besuch, uns will keener mehr.“ Freitag, 12 Uhr mittags. Wochenendalarm! Am Nadelöhr kontrollierten die Zöllner die Papiere und einige Gepäckstücke. Ich schickte mich an, meine Koffer auf dieses Förderband zu legen, was sich als die erfolgreichste Möglichkeit offenbarte, die Koffer nicht öffnen zu müssen. „Könn Se unten lassen!“ Ich kam ja nicht aus dem Westen. Sekunden später reichte ich meine Identitätsbescheinigung durch die Luke hindurch. Eine Zöllnerschabracke verglich zwei oder drei Minuten lang mein Paßfoto mit meinem fleischlichen Original. Sie wartete auf einen geringfügigen Anlaß. Ich verweilte lässig in der Pose des unscheinbaren Ketzers. Bei einem dreckigen Grinsen würden sich andere um mich kümmern. Wahrscheinlich war sie sexuell frustriert, doch wer war das nicht? Die Rentner gingen davon aus, daß ich ohne jeglichen Anlaß in einen Nebenraum gebeten werden würde. Schließlich reichte mir die häßliche Fratze des SED-Regimes meine Papiere zurück. …  Welche bedeutungsvollen Schritte vollzogen meine Füße! Zielsichere Senioren zeigten mir die unterirdische Neonsonne. Amerika! Nein, immer noch Osten. Auf dem Kellerbahnsteig johlten einige Penner herum. Freie Menschen, Geiseln der Droge Alkohol. Ein Pole wollte mir einen Koffer abnehmen …”