Archive for April, 2011

Die 14. Meisterschaft ruft

Freitag, April 15th, 2011

Morgen steigt ab 20 Uhr in der Empor Sportsbar unsere 14. Tipp-Kick-Meisterschaft. Es wird eine Rekordteilnehmerzahl geben, vermutlich eine zweistellige. Interessierte können sich das Schauspiel über kurz oder lang geben, ist ja eine öffentliche Kneipe, also auf ein Bier vorbei kommen, ihr Nachtjacken!  Natürlich spielen wir nicht mit jeweils einem Feldakteur, sondern mit vieren. Im Passspiel sind wir den Bundesligisten voraus, auch deshalb können die uns mal. Ich bin gut drauf, man wird mir wiederholt nachsagen, ich täte tagsüber nichts anderes. Dabei habe ich zum Beispiel eine Geschichte für Willmanns Zonen-Fußballbuch geschrieben, und zwar flott und fertig, die könnt ihr beim nächsten Kantinenlesen über euch ergehen lassen.

Tuff Tuff 1987

Mittwoch, April 13th, 2011

So um 1987 besuchte ich in der Gethsemanestraße mitunter meine Cousine, um mir von ihr seltsame Westberliner Fanzines und ungarische Punk-Platten zu borgen. Diese Nachmittage fingen schon so holterdipolter an, wenn ich anschlenderte und aus ihrer Wohnung im vierten Stock die Musik aus dem offenen Fenster heraus schallen hörte. Das sollte so sein, damit auch die anderen Kaffeeklatschteilnehmer, mit denen wir uns im zweiten Stockwerk trafen, wo aber kein Plattenspieler existierte, die Musik hören konnten. Auch über die gelegentlichen Schlagzeugeinlagen schien sich kein Hausgenosse aus der berufstätigen Bevölkerung aufzuregen. Man lebte eben in Prenzlauer Berg, wo es sowieso dauernd stank und schepperte.

Zugabe: Tuff Tuff 2011.

Schuster, bleib bei deinen Leisten

Montag, April 11th, 2011

Der Schusterjunge hat unter uns Sozialromantikern einen duften Ruf, der sich auch darauf begründet, dass er zu Ur-Zeiten ein rotes Sturmlokal gewesen sein soll, im Gegensatz zum braunen Pendant auf der anderen Straßenseite, dem Hackepeter, den es schon lange nicht mehr gibt, denn Frau Merkel hat solche Umtriebe beseitigt.

Der Schusterjunge ist seit cirka neun Jahren das Stammlokal der Jungs & Mädels vom Kantinenlesen. Jeden Sonnabend geht es nach der Show in diese Kneipe, auf ´ne Molle und ´n Schnitzel. Klingt so als ob man das an jeder Kreuzung bekommt. Ist aber nicht so, denn oft muss man sich zwischen dem simplen Suff oder dem schnöseligen Essen entscheiden. Urig essen und trinken fällt in Berlin weitestgehend aus. Deshalb fanden wir vor ungefähr zwei Jahren die mehrmonatige Schließung wegen der Reko ziemlich doof. Als vor cirka einem Jahr das Chef-Paar in Rente ging, ahnten wir weiteres Unheil. Mit deren spröden Charme wusste man umzugehen. Am besten war, man ging gar nicht mit ihnen um. Soll heißen: nachdem ich dort über die Jahre schon 66 Hirsche gegessen hatte und zur Wirtin immer brav “Sie” und “Danke” und  und und gesagt hatte, wagte ich es, sie nach ihrem Namen zu fragen. Wie man das so macht, im Hackepeter und im Schusterjungen. “Monika, oder wie du heißt, wie heißt du eigentlich?” Sie kuckte mich an, als ob ich ihr in den Schritt gefasst hätte. Tja, ich war nur ein Schriftstellerschwein. “Bitte …  danke … riecht hier so scharf … auf Wiedersehen.”

Seit einigen Jahren steht der Schusterjunge wohl in jedem Reiseführer. Die Kulturmetropolenhüpfer aller Herren Länder bevölkern das Lokal. Erstaunlich, wenn man dort einen der letzten Ureinwohner noch nach 20 Uhr sieht. Die offene Schriftstellerstammtischrunde findet demnächst wohl in der Osteria statt. Am Ostersonnabend bin ich dabei. Ei, Ei. 

P.S.: Für die eigene Vita ist es natürlich besser, man verabschiedet sich mit einem Skandal, aber Frau Merkel ist dagegen.