Archive for Februar, 2010

Grillen fällt aus

Donnerstag, Februar 25th, 2010

Ich wurde im letzten Frühlingsommerherbst von einigen Generationsgenossen gefragt, ob ich zum Grillen käme, ich verneinte traditionell. Neulich sagte ich ja, als Kumpel Helwig in der Kneipe fragte, wer mit nach Schottland käme. Da stände ein Old Firm an, er hätte keine Karte, aber mal sehen. Deshalb besuchen wir dieser Tage Hibernian Edinburgh gegen St. Johnstone, The Undertones, Rangers gegen Celtic … wahrscheinlich. Wenn da man keine Story für ´s Kantinenlesen abfällt.

ARD & ZDF

Samstag, Februar 20th, 2010

Leute, ihr sitzt hier in der ersten Reihe, aber nur halb, denn seit einigen Wochen gibt´s auch den 2. Kanal, weil ich Blog-süchtig bin.

Im Tonträgerarsenal fast verschollen: Neil Young, ”Living with war”.

Bambule Berlin

Mittwoch, Februar 17th, 2010

 BFC-Fans, 1979

Schönes Foto. BFC-Fans aus Potsdam, auf´m Alexanderplatz, 1979. Ist noch in keinem der einschlägigen Bücher aufgetaucht. Ein Teil des Fotos wird auf dem vorderen Buchdeckel sein. “Bambule Berlin” erscheint Mitte April beim Iron Pages Verlag. Auf dem hinteren Buchdeckel soll ein Text den Kaufreflex auslösen, der geht in etwa so:

Andreas Gläser, der Autor von “Der BFC war schuld am Mauerbau”, erzählt in seinem ersten Roman von Fußball und Musik, von Liebe und Tod, vom Leben der Eingeborenen, wie es sich Ende der ´70er zugetragen hatte, in den vermeintlichen Nischen, Prenzlauer Berg und Mitte, als der Punkrock und das Fußballrabaukentum über die Mauer zu schwappen begannen, bevor diese Bezirke zu schwäbisch-rheinländischen Hüpfburgen wurden.  

November 1978. Zwei Wochen im Zentrum der Hauptstadt der DDR, und oft nur eine Frage: BFC oder Union? Der Fußballverächter Borsig kommt nicht um die Turbulenzen der beiden Derbys herum, auch nicht um die schlechte Laune seiner Klara. Der Boheme interessiert sich für seine aufrichtig-unmoderne Musik-Formation, er verkehrt ohnehin lieber auf der Stand- als auf der Überholspur. 

Schnipp. Nach dem Zweitwerk “DJ Baufresse” (2006) habe ich kultiviert herum geeiert, mal mit der Anthologie “Pauschal ins Paradies”, dann mit dem Theaterstück “Dynamoland”. Wir schrieben die Jahre 2007, 2008 und 2009. Einige entfernte Versionen der “Bambule” zogen kleine Kreise. Ich wollte was ohne Fußball und Baustellen fabrizieren. “Die schöne Scheidung” fand ich humorvoll. Zwei Freunde hielten sie für interessant und kontrovers. Zehn Verlage fanden nix.

Nach der “Scheide” wollte ich ohnehin “BFC oder Union?” abliefern, eine Räuberpistole aus Plaste und Elaste. Beginnend beim Pokalhinspiel, endend beim Rückspiel. Ohne schon zu wissen, was dazwischen passieren soll. Jedenfalls nicht dass, was ich im Debüt erzählt hatte. Ich schickte meinen Protagonisten Borsig ins Rennen, einen Fußballverächter, er hieß in einer frühen Version Andi Kalaschnikov, es gab auch ´ne andere Erzählerperspektive … Jedenfalls wussten einige halbwegs interessierte Agenten nicht, warum “BFC oder Union?” unbedingt in ´nem Jahr spielen müsse, in dem beide Vereine erstklassig waren. Manches passte nicht. Und so sehr die markante Frage auch für die damalige Zeit authentisch sein mag, irgendwann wollte ich den Ruhmreichen nicht schon wieder Titelgebend herbei bemühen, andererseits hätten die Köpenicker dort auch nix zu suchen. Mal ein Werk nahezu komplett zu verwerfen, damit ist man in guter Gesellschaft, zumindest unter gut Verdienenden.

“Bambule Berlin” hatte ich als Titel schon einige Jahre im Köpfchen, allerdings für eine 1.Mai-Hooligan-Eckkneipen-Anthologie. Wäre verschenkt gewesen. In der Verlagswelt hatte ich nicht mehr viele Möglichkeiten, konnte unmöglich jemandem die neue heiße Version antragen. Matze Mader von Iron Pages ist eigentlich ein Verbündeter der ersten Stunde, ein Fanzine-Hero, mindestens seit 1993. Der “Eis-Dynamo” zählt mittlerweile über 100 Nummern. Ich erinnerte mich wohl nicht an Iron Pages, weil Matze es nie drauf hatte, mich mit ´nem Schlitten den Kurfürstendamm hoch- und runter zu kutschieren. Allerdings interessiert mich sein Programm viel mehr als das von Abbau und Konsorten.

“Bambule Berlin” wird nicht automatisch auf den Pop-Tables der kleinen und großen Buchhandlungen liegen, auch wenn ich es vor Jahren mit “Der BFC war schuld am Mauerbau” im Thalia in der Schönhauser Allee unter die Top Ten geschafft habe und in Berlin-Brandenburg immerhin ein Literatur-Regionalligist war. Es wird ´ne Startauflage von Matze-typischen 500 Exemplaren geben, von denen einige im Sportforum und im Hoolywood ausliegen werden, aber es wäre so sinnvoll wie noch nie, wenn man so´n Exemplar beim Verlag oder beim Buchhändler vorbestellt.

Meinen Monstertext habe ich abgeliefert, die Lektorin darf sich dieser Tage amüsieren und wundern. Der Feinschliff am Buchdeckel steht an.  

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit, alles wird gut.