Bei der letzten langen Buchnacht lag meine Auftrittskneipe in der Manteuffelstraße, also an der Einflugschneise zur Oranienstraße. Mein Solostündchen fing gut an, es gestaltete sich aufgrund einiger Quatschköpfe am fernen Eingang aber zunehmend schwieriger. Einmal meckern hat nicht gereicht. Immerhin wollte mein einziger Buchkäufer das Grabbelexemplar meines Debüts, weil darin so viele persönliche Notizen aus den Jahren 2002 bis jetze sind. Hab ick nich herjejem. Der Kneiper fand Vorturner Willmann und mich gut, er sprach von weiteren Auftritten. Na, ich werde in der Milchbar sicher mal zwei, drei Biere trinken. Richtig unkomisch wurde es am Heinrichplatz, wo eine Bühne stand, von der einige Musikanten die umliegenden Lokalitäten mitsamt der darin auftretenden Literaten beschallten. Sieben auf einen Streich? Es kam mir so vor, als ob die Veranstalter die schönen Fördergelder abfingerten, aber was gegen die Bühnenhäschen hatten. Schade um diese alljährliche Veranstaltung. 2005 im Goldenen Hahn war es super, 2006 im SO 36 ein Traum, 2008 im Hinterzimmer eines Gemüseladens dufte familiär, 2010 im Franken ganz okay. Wobei sie sich in letzterer Kneipe entschieden haben, für anstrengende Konservenmusik, gegen angetrunkene Buchmacher. Deshalb bin ich letzten Sonnabend mit einigen Leuten dort auch hängen geblieben. Gerne gesehen und gut gehört habe ich übrigens Matt Grau im Goldenen Hahn und Holland-Moritz mit seinen Girls im SO 36.
Tipp für den 26. Juni: Surfpoeten